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In meiner Masterthese zum Thema Homosexualität und Psychotherapie bin ich zwei Fragen
nachgegangen:
1. Warum gehen homosexuell orientierte Menschen in Psychotherapie?
2. Was erwarten sie vom Therapeuten?

Im Theoretischen Teil habe ich mich mit psychischen Störungen
beschäftigt. Wie häufig sie allgemein sind und ob es bei homosexuellen
Menschen zu einer zusätzlichen Häufung kommt.

 


Wichtige Ergebnisse: Es gibt einen deutlichen Hinweis auf
ein erhöhtes Risiko bezüglich Depression und Suizid. Vor allem in der
Phase des Outings. Dies dürfte sich aber auch aus dem
Minoritätsstressmodell erklären lassen.
Interessant ist hier auch einen repräsentative Umfrage eines Deutschen
Ministeriums: 67,3 % aller Teilnehmer gaben an, dass sie wegen ihres
Schwul seins mit größeren Belastungen fertig werden mussten als
gleichaltrige andere männliche Jugendliche. Als häufigster Grund wird der
Kraftaufwand im Zusammenhang mit dem Coming-out genannt. Das heißt aber
auch: wenn dies gut gelingt, hat dies einen positiven und stärkenden
Effekt auf die Persönlichkeit.



Was Suchterkrankungen betrifft ist die Datenlage nicht klar. Es dürfte
jedoch mehr Alkohol und Nikotin konsumiert werden.


Persönlichkeitsstörungen: Auch hier ist die Datenlage eher unklar: Es
dürfte einen leichte Erhöhung geben. Diese wird aber meist mit den
besonderen Anforderungen bzw. Problemen mit der homosexuellen
Identitätsentwicklung in Verbindung gebracht. In diesem Kontext habe ich
mich dann mit der Identitätsentwicklung von homosexuellen Männern
auseinander gesetzt (Phasen des Outings).

 


Wichtig: es gibt keinerlei Hinweis auf eine Vulnerabilität von psychischen
Störungen bei Homosexuellen.



Im Empirischen Teil habe ich Interviews mit schwulen Männern geführt. Die
wichtigsten Ergebnisse waren: sie alle sind nicht wegen Probleme mit der
Homosexualität in Therapie gegangen. Die Gründe waren sehr unterschiedlich
und haben eher die „allgemeine Praxis“ beschrieben. Als wichtigsten Punkt
meinten alle, dass die persönliche Passung zum Therapeuten gegeben sein
muss. Es darf selbstverständlich keine Diskriminierungen geben. Und außerdem
meinten sie, dass sich Therapeuten sowohl theoretisch als auch persönlich mit
ihrer eigenen Hetero- oder Homosexualität auseinandergesetzt haben sollten.



Ich denke, dass es wichtig ist, dass Menschen das Gefühl haben, dass sie nicht alleine
sind und das viele Dinge in der Identitätsentwicklung zwar schwierig aber
doch ganz normal sind.

 

Hier können sie die komplette Arbeit lesen.